Vorsicht, Missionar!

Der Neoliberale Jeffrey Sachs will sich zum Chef der Weltbank machen lassen.

Der weltbekannte Ökonom Jeffrey Sachs hat sich für den Präsidenten der Weltbank selbst empfohlen. US-Präsident Barack Obama schickt nämlich den amtierenden Weltbankchef Robert Zoellick, einen Kumpel von Obamas Vorgänger George W. Bush, in Pension und braucht einen Nachfolger. US-Finanzminister Timothy Geitner hat Sachs allerdings nicht auf seiner Short-List, dafür seinen alten Haberer Lawrence Summers, einen Berater Obamas. Aber den wollen etliche europäische Staaten nicht.

Andere kolportierte Anwärter wie US-Aupenministerin Hillary Clinton oder der Demokrat John Kerry haben bereits abgewunken. Der Posten gilt als Erbpacht der Amerikaner, die Europäer besetzen dafür den Internationalen Währungsfonds, dort herrscht die Französin Christine Lagarde. Also steht Geitner unter Druck. Weiterlesen

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Einsam und verloren im besten Handynetz Österreichs

Der „reine 3G-Netzbetreiber Hutchinson“ hat mittlerweile den Konkurrenten Orange gekauft: Sie haben mich eingekreist…

Es ist schön, beim Sieger zu telefonieren. Mein Netzbetreiber „3“ hat den einschlägigen Test der Zeitschrift „Connect“ als bester Versorger gewonnen. „Der unter dem Markennamen „3“ bekannte „reine 3G-Netzbetreiber Hutchinson“ brachte „sagenhafte 99,5 Prozent der Gespräche vom Rufaufbau bis zur Beendigung sauber“ durch, steht in „Connect“.

Seit ich den Bericht gelesen habe, bin ich mir fast sicher, dass die fehlenden 0,5 Prozent zu einem Großteil im 9. Wiener Bezirk verloren gehen. Und zwar in meinem Arbeitszimmer. Das ist ein Einzelschicksal und tut dem Netzgewebe natürlich keinen Abbruch.

Das Einzelschicksal begann mit abruptem Verlust von Verbindung. Auf meinen Hinweis darauf stellten die „3“-Techniker fest, mein Handy wähle sich nicht ordnungsgemäß in das Netz ein. Also in den Shop, neuer Chip. Die Ausfallsquote änderte sich nicht. Weiterlesen

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Die Marienerscheinung von Barcelona und überhaupt

Vor zwanzig Jahren haben sie auch schon schnell gespielt und trainiert wie die Wahnsinnigen. Aber heute werden die Kicker in der Champions League nicht mehr müde. Vielleicht ist das ein Wunder der Jungfrau Maria.

Was fehlt Messi zu Jesus? Ein As. Wir sitzen so halbblöde herum im Cafe Diglas in der Wiener Wollzeile, der Wolfgang Weisgram und ich und sind uns in der Vermeidung der Bananenschnitten einig ohne ein Wort darüber verlieren zu müssen. Eine Gruppe Frauen mit aufgerissenen Augen und aufgespannten Schirmen schwebt draußen am Fenster vorbei, die schwächelnden Schneeflocken sollen nur ja nicht den Dalai Lama – oder eine seiner zur Zerstreuung des chinesischen Geheimdienstes hergestellten Inkorporationen, das war im Bewegungsfluss nicht so genau festzustellen – nässen. Als habe er nur auf diese Erscheinung gewartet sagt der Wolle, der wegen seines wollenden Bartes so heisst: hast den Messi gesehen gegen Leverkusen? 7:1. Der Cristiano Ronaldo ist auch Kicker. Was ich mit einem Kopfschütteln quittiere. Aber der Messi, fährt der Wolle fort, ist was Anderes. Die Anderen spielen Fußball, aber der Messi macht was, was keiner von denen kapiert. Was ich mit einem Kopfnicken aufdopple.

Messi macht gleichzeitig das, was jeder Bub kennt, und hier verbietet sich eine Genderparität, weil zumindest in meiner Generation Mädchen im Käfig vom Arenbergpark kein Leiberl in der auf Asphalt gebauten Leistungsgesellschaft hatten. Das hochtaktige, kurz angebundene Führen des Balles auf dem Innen- und Außenrist, der spielerische Kontakt mit der Schwerkraft, bereit, beim leisesten Anzeichen gegnerischer Intervention den Boden zu verlassen oder die Richtung zu wechseln. Die Antizipation der Verteidigerinterventionen, die der Dribbelnde durch die Wahl seiner Bewegungsrichtung herausfordert und quasi absammelt, da er, stets einen Gedanken und Haken voraus, den Satz, den Lauf, die Aktion entworfen, gedacht, geplant hat, bevor die Anderen wissen, was gespielt wird. Weiterlesen

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Ich seh, ich seh, was du nicht siehst

Es geht immer um Gerechtigkeit und Wahrheit. Egal, ob sie im Fußball über eine Torkamera diskutieren oder die ehemalige Doperin und jetzige US-Sonderbotschafterin Marion Jones Kinder anschwafelt.

Durchblick ist eine Überlebensfrage. Er würde lieber sterben, sagte FIFA-Präsident Joseph Blatter, als noch einmal die Schande ertragen zu müssen, dass ein reguläres Tor nicht gegeben werde. Im Achtelfinale der WM 2010 in Südafrika hatte Frank Lampard England das 2:2 beschert. Aber der Schiri erkannte auf Nicht-Goal. Die Deutschen gewannen anschließend kommod mit 4:1 und schieden im Halbfinale gegen den späteren Weltmeister Spanien Keine späte Rache für das Wembley-Tor 1966 (Geoff Hursts Lattenpendler zum 3:2 im Finale gegen die Deutschen, England siegte 4;2 und wurde Weltmeister), sondern nur der Durchbruch der FIFA ins technologische Zeitalter. Blatter will unbedingt die orkamera installieren.

Leute wie er glauben nämlich, dass Videobeweise die Gerechtigkeit fördern. Das Kamerabild wird der  Schiedsrichterwahrnehmung sozusagen übergestülpt. Im Eishockey ist das längst Alltag. Siehe das Viertelfinale der Meisterschaft zwischen den Linzer Black Wings und den Wiener Capitals. Weiterlesen

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Auch gesunde Zwerge kann man werfen

Das Problem von RB Salzburg sind nicht nur charakterschwache Spieler, seine Schwäche ist auch eine Folge unklarer Wettbewerbsbedingungen in der Liga.

Lassen wir einmal den schlappen, energielosen Eindruck beiseite, den die Mitglieder der von einem Energydrink-Lizenzinhaber geschützte Werkstätte RB Salzburg im internationalen Fußball abgeben. Stellen wir das Problem vom Kopf und der Distanz-Psychologie quasi auf die Beine. In der Bundesliga funktioniert die Voarusverteidigung gegen den Vereinskonkurs, vulgo Lizenierung, mittlerweile verlässlich, seit neun Jahren musste kein Klub während der laufenden Meisterschaft den Spielbetrieb einstellen. Die Vergangenheitsbewältigung  von Sturm Graz (2006) geht nach einem Gerichtsverfahren gegen den Ex-Präsidenten H annes Kartnig demnächst in die zwete Instanz, gegen vier Ex-Präsidenten des multiplen Konkursanten GAK (erstmals 2007) wird ermittelt. Beide Klubs konnten ihre jeweils letzte Saison freilich zu Ende bringen. Weiterlesen

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