Ein Grüner beaufsichtigt nun die Bundessportförderung

Der Rapidsanierer Werner Kuhn folgt dem Showmann Armin Assinger als Aufsichtsratspräsident der Bundes Sport GmbH

Der Rapid-Sanierer Werner Kuhn folgt dem Ex-Abfahrtsläufer und Showman Armin Assinger als Aufsichtsratsvorsitzender der Bundes Sport GmbH nach. Vor knapp vier Monaten hat Armin Assinger, der von Ex-Sportminister Hans Peter Doskozil um seines bekannten Namens willen inthronisiert worden war, seinen Abschied genommen. Werner Kuhn verfügt im Unterschied zu Assinger, dem Fragensteller in der „ORF Millionenshow“, über langjährige reiche Erfahrung in der Führung eines vielgestaltigen Unternehmens.

Die Bundes Sport GmbH verteilt rund 120 Millionen Euro pro Jahr an Bundes Sportförderung an AthletInnen, Vereine und Verbände. Sie macht seit Anfang 2018 die Arbeit, die das Sportministerium erledigen sollte. Peter Schröcksnadel hilft als Präsident des Fördermittelempfängers ÖSV (rund vier Millionen Euro pro Jahr) mit, das Steuergeld zu verteilen. Der Präsident des Österreichischen Olympischen Comitees (2,2 Millionen Euro), Karl Stoss, sitzt im Aufsichtsrat. Strache soll auch angesichts dieser Verquickung von Geben und Nehmen mit der Konstruktion der Bundes Sport GmbH nicht glücklich sein.

„Aufgrund meiner im Jahr 2019 zu erwartenden gesteigerten beruflichen Verpflichtungen wird es mir (…) in Zukunft nicht mehr möglich sein, meine Aufgaben im Aufsichtsrat der BSG in jenem zeitlichen Umfang gewissenhaft wahrzunehmen, den die Wichtigkeit dieser Funktion erfordert“, zitierte die APA Ende 2018 den scheidenden Assinger (54). Werner Kuhn hält sich noch bedeckt. Sportminister Hein Christian Strache soll Kuhn am 2. 4. Im Rahmen einer Pressekonferenz vorstellen.

Kuhn kam Mitte der 90er von der Bank Austria Jahre zur Rapid, die eben einen Konkurs hingelegt hatte und führte sie gemeinsam mit Trainer Ernst Dokupil und einer jungen Mannschaft um Didi Kühbauer zum Meistertitel und ins Europacupfinale der Cupsieger (0:1 gegen Paris St. Germain). Er hat gemeinsam mit dem Ex-Präsidenten von Rapid, Rudolf Edlinger, organisierte und finanzierte Kuhn den Neubau des Rapid-Stadions. Vor drei Jahren übernahm Christoph Peschek das Gesamtmanagement, seither kümmert sich Kuhn um die Sponsoren und die Eröffnung neuer Geschäftsfelder. Als Aufsichtsratsvorsitzender in der Bundes Sport GmbH macht er so ziemlich das Gegenteil von seinem Job im Rapid-Büro: er kontrolliert die Verteilung des Geldes, die andere Manager vorgenommen haben. Die haben das Geld von Politikern, die es wiederum von den Steuerzahlern erhalten haben.

Kollidieren Kuhns Tätigkeiten für die Rapid und die Bundes Sport GmbH? Rapid erhält von der Bundes Sport GmbH keine Subvention. Die Stadt Wien unterstützt den Klub – wie auch den Konkurrenten FK Austria Wien – freilich massiv. Zum Beispiel hat die Kommune rund 24 Millionen Euro für die Errichtung des neuen Stadions gewährt, und dieselbe Summe auch der Austria zugewiesen.

Kuhn hat keine Erfahrung in der Abrechnung, Kontrolle und strategischen Entwicklung der Bundessportförderung. Doch er kennt die Probleme eines (großen) Sportvereins und die mannigfaltigen Verpflichtungen und Bedürfnisse, die sich aus der Betreuung von Sportlern aller Altersstufen ergeben.

 

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Eine Antwort zu Ein Grüner beaufsichtigt nun die Bundessportförderung

  1. wr schreibt:

    hr. kuhn ist schon auf grund seiner erfahrung qualifizierter als sein vorgänger. ob das für die funktion eines obersten sportkontrolleurs reicht, kann man nur hoffen. die angesprochenen mehrfach verquickungen zwischen fördergeber und fördernehmer haben (leider) noch nie zu einem aufschrei geführt. warum also jetzt?

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