Der Winter kommt

ÖSV-Ex-Trainer Karl „Charly“ Kahr ist in erster Instanz mit seiner Klage wegen übler Nachrede gegen eine Ex-Skirennläuferin und deren Ehemann am Bezirksgericht Bludenz abgeblitzt. Kahrs Anwalt Manfred Ainedter kündigte „volle Berufung“ an. Die Beklagten wurden von Richterin Daniela Flatz frei gesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Rennläuferin und ihr Ehemann hatten Ende 2017 und Anfang 2018 an Österreichs Skilegende Annemarie Moser-Pröll What’sApp-Nachrichten versandt. Darin wurde Kahr bezichtigt, zusammen mit Österreichs Jahrhundertsportler Toni Sailer „viele Mädchen missbraucht und gebrochen“ zu haben. Und Moser-Pröll wurde aufgefordert, endlich über Kahr, ihren „Entjungferer Charly. Du warst noch keine 16 Jahre alt“ endlich die Wahrheit zu sagen. Richterin Flatz wies Kahrs Klage ab, da die beiden Angeklagten in gutem Glauben an die Richtigkeit ihrer Aussagen handelten und außerdem die Adressatin Moser-Pröll keine „Dritte“, sondern Beteiligte war, die für das Verbrechen der üblen Nachrede erforderliche Öffentlichkeit nicht gegeben war.

Nicola Werdenigg, die im November im „Standard“ mit der Erzählung ihrer Vergewaltigung in den 70ern durch einen Mannschaftskollegen die Diskussion um sexualisierten Missbrauch im Skisport eröffnet hatte, sagte als Zeugin aus. Sie schilderte die „übersexualisierte“ Atmosphäre im ÖSV-Team in den  70ern. Der ehemalige Star-Journalist Bernd Dörler ergänzte ebenfalls als Zeuge Werdeniggs Schilderung und beschrieb auch eine von ihm 1974/75 durchgeführte Recherche in Zakopane. Dort soll Anton Sailer in betrunkenem Zustand eine Prostituierte vergewaltigt haben. Kahrs Anwalt Ainedter führte ÖSV-Protokolle von Sitzungen in den 70ern ins Treffen, in denen beschrieben wurde, dass es keinen Tatbestand gegeben habe und die Kaution für Sailer an Polen zurückgezahlt worden sei.

Die Richterin sah freilich den Beweis des guten Glaubens bei den Beklagten erfüllt, also die üble Nachrede als nicht gegeben an und fällte den Freispruch.

 

[demnächst mehr, viel mehr]

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Eine Antwort zu Der Winter kommt

  1. Fritz Köhler schreibt:

    „[demnächst mehr, viel mehr]“…
    na, brauch‘ ma nach Seefeld noch zusätzliche motivation?
    vielleicht noch ein, zwei TV-interviews mit dem ÖSV?

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