Der Matchplan und das Lachen von Lionel Messi

Hier werden in unregelmäßigen Abständen Kommentare zum Zeitgeschehen und das – vor allem im Internet – um sich greifende Befindlichkeitsgeschwurbel mit Analyseanspruch veröffentlicht.

Fußballl ist ein Spiel. Manche ertragen die darin enthaltene Ungewissheit nicht. Bayerns Pep Guardiola ist so ein „Matchplaner“. Während des Spiels wachelt er stets, eine Maßschuhlänge von der Outlinie entfernt, mit den Händen vor seinem Gesicht herum, als verscheuche er eine Gelsenwolke. Ich frug Fred. Den Sky-Analytiker und Trainer Alfred Tatar. Er ist einer der wenigen „Experten“, der tatsächlich über das Fußballsystem und das einzelne Spiel nachdenken und darüber reden kann. Das glatte Gegenteil zu Lothar Matthäus und Hans Krankl.

Begriffe wie „Matchplan“ und „Gegenpressing“, sagte Fredr, verblöden den Kickerdiskurs. Früher war Spielerbesprechung, 20 Minuten. Aufstellung, was tamma offensiv, defensiv, Standardsituation? Jetzt ist Big Data, Analyse, Krieg der Systeme. „Matchplan“ klingt nach Schlachtplan. Suggeriert, dass für jede Wendung Vorsorge getroffen ist Natürlich Blödsinn. Die Spieler machen das Spiel, sagt Fred. Nicht der Plan. Geht gar nicht, Fußball ist zu komplex. Analysten kneissen das nicht und flüchten in Phrasen. Die archaische Weisheit des „Spüüt’s eicha Spü“ aber wird noch gelten, wenn Lionel Messi eines Tages nicht mehr über den medialen Taktikkauderwelsch lacht.

 

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