Tschif, Arnie ist in der Stadt

Auf dem bedruckten Papier, das jeden Morgen die U-Bahn und Schnellbahn verunziert, wird er liebevoll Arnie genannt. Schwarzenegger ist in Österreich, vielleicht sind sie in den USA nicht mehr so scharf auf ihn, seit er seine Frau runtergehaut und als Gouverneur von Kalifornien die Schulden raufgehaut hat. Außerdem will er einen neuen Film promoten, wo er den Sheriff und Rächer spielt. Schon beim Gedanken, den nicht mehr gar so kantigen Ex-Bodybuilder mit einer Puffn herumfuchteln zu sehen, kommt einem das Speiben. Gerade er, der als Gouverneur die Todesstrafe eisenhart durchgezogen hat. Dafür hat sich sogar in der Steiermark einmal wer geniert und vom Grazer Stadion den Namenszug Schwarzenegger abmontiert.

Die Krocher in Kitzbühel sollten aufpassen, dass sie Schwarzenegger oder seinen Bodyguards nicht in die Quere kommen. Der einzige Mensch, der auch über Arnie unfallfrei drüberradieren könnte, wäre wahrscheinlich der durch und durch angstfreie und unverwundbare Peter Schröcksnadel, von dem ein gewisser Werner Faymann Österreich als Lehen erhalten hat. Aber der Schröcksi, wie ihn seine Vertrauten nennen, hat derzeit andere Sorgen als ein pensionierter Gouverneur. Er muss seine Ski-WM in Schladming ins Trockene bringen. Dort herrscht in der Bevölkerung Frust wegen der ÖSV-Statthalterschaft. Die Steiermark wird von zwei Politikern, die sich Reformbrüder nennen und fundamentalistisch tun, wenn es um die Kürzung von Kindergartenplätzen, Gemeindeämtern und Polizeidienststellen geht, für die Ski-WM in die Verantwortung genommen. Nicht ganz 200 Millionen Euro hat das Bundesland für die 12 Tage Dauersause gespendet. An sich kein Problem, das lässt sich vom Sozial- und Bildungsbudget locker abziehen.

Arnie kommt ja angeblich auch nach Schladming, da kann er sich einmal selber davon überzeugen, wie volksnahe Politik geht. Zum Beispiel haben die in öffentlichem Eigentum stehenden Planai-Bergbahnen ein Wahrzeichen beauftragt und gezahlt (rund 2 Millionen), das auf dem Grund und Boden der Stadt Schladming steht. Auf dem „Skygate“, das in Schladming liebevoll „Präsidentenzipfl“ gerufen wird, prangt das Logo der Voest. Die Voest hat für die Errichtung des stählernen und als Mahnmal für die Kompetenz des Konzern in den Himmelragenden Ungetüms eine hphe sechsstellige Summe geblecht. Und zwar an den ÖSV. Sagt die Voest. Zusätzlich zahlt sie vier Jahre lang eine jährliche Gebühr für die Nutzung des „Skygate“. An den ÖSV.

Angeblich gibt es einen Vertrag zwischen dem ÖSV und den Planai-Bergbahnen. Aber keiner will sagen, was da drin steht und ob die Planai-Bahnen einen Euro für das mit ihrem Geld, also dem Geld der Steuerzahler, errichtete Ding erhalten. In der Steiermark ist Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer für die Sache zuständig. Er schweigt auf alle diesbezüglichen Fragen. Sicher, weil’s immer schon so war. Wie auch Arnie, weil’s immer schon so war, Menschen, die etwas angestellt hatten, exekutieren ließ.

Arnie würde die Ski-WM schmücken. So ein Sheriff, der auf Law and Order spezialisiert ist und Goscherten den Smith & Wesson in die Zähne rammt, fehlt dort noch.

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Eine Antwort zu Tschif, Arnie ist in der Stadt

  1. frizzdog schreibt:

    die rolle vom schreckensnagel traut sich ja gar niemand beschreiben…. 🙂

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