Es ist erst vorbei, wenn es aus ist

Ex-Präsident Fischl will den GAK mit Hilfe des OGH retten

Vor wenigen Tagen hat das Oberlandesgericht Graz den Rekurs gegen die gerichtliche Schließung des GAK nach dem vierten Konkurs in fünfeinhalb Jahren abgewiesen. Da der Streitwert 30.000 Euro übersteigt, kann allerdings vor dem Obersten Gerichtshof ein „außerordentlicher Revisionsrekurs“ eingebracht werden.Der Unternehmer und ehemalige GAK-Präsident Harald Fischl ist der Wortführer einer aus acht GAK-Sympathisanten bestehenden Gruppe, welche diese letzte rechtliche Maßnahme ergreifen will. Fischl: „Das machen wir auf jeden Fall.“

Der GAK sah vor drei Wochen aus wie endgültig erledigt. Aufgrund einer akuten Überschuldung von rund 200.000 €, Miet- und Lohnrückständen von 350.000 und wiederaufgelebten Finanz- und Kommunalsteuerschulden von insgesamt mehr als 2,2 Millionen Euro galt der Meister von 2004 und zuletzt Regionalligaverein nach 110 Jahren als tot und begraben. Nur das Trainingszentrum Weinzödl wollte die Stadt Graz weiterführen, um den Nachwuchskickern nicht die Wiese unter den Stoppeln wegzuziehen. Der ehemalige FPÖ-Nationalratsabgeordnete Fischl engagierte während seiner Präsidentschaft (1991 – 1998) den Trainer-Clown Adi Pinter.

Fischl meint, der letzte GAK-Präsident Benedikt Bittmann sei nicht berechtigt gewesen, Mitte Oktober den Konkursantrag einzubringen. Fischl: „Drei Tage vorher ist Bittmann auf der Generalversammlung zurückgetreten. Obwohl ihm keine Entlastung erteilt wurde, bestand er darauf. Und dann geht er hin und reicht den Konkurs ein. Mit einer schriftlichen Erklärung, der GAK sei unbedingt zu schließen.“ Das OLG Graz bestätigte die Rechtmäßigkeit von Bittmanns Antrag. Laut Fischl widerspricht der Paragraphen im Vereinsrecht, dem zufolge ein Vereinsorgan zuständig sei, bis es von der Generalversammlung abgelöst werde, dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB).

Zur Fortführung benötigte der Fußballverein außerdem das Trainingszentrum Weinzödl. Auch das dürfte schwierig werden. Denn 2008, der GAK war Monate zu wieder einmal im Konkurs, hatte eine Investorengruppe um den Grazer Anwalt Candidus Cortolezis die Liegenschaft übernommen. Wegen  Mietrückständen von rund 140.000 Euro erfolgte vor vier Monaten eine Räumungsklage gegen den GAK. Fischl: „Der Herr Bittmann hat dagegen nicht widerrufen. Ein Wahnsinn.“ Sollte der GAK doch das Mietrecht erhalten können, „wird sich auch die Weiterführungskaution von rund 30.000 Euro pro Monat auftreiben lassen“, behauptet Fischl. Ein Sprecher des Investorenkonsortiums, David Fallmann, sagt, man würde jeden, auch den GAK als Mieter akzeptieren, der seinen Verpflichtungen nachkomme.

Fischl wittert hinter dem Konkurs und der Schließung ein abgekartetes Spiel. Als der GAK nämlich 2009 in Konkurs ging, hinterlegte Fischl die Fortführungskaution von 170.000 € und meldete den Verein im Verfahren als Privatbeteiligten an. Sollte in den für 2014 erwarteten Verfahren gegen ehemalige Funktionäre und Präsidenten des Vereins Misswirtschaft festgestellt werden, könnte der GAK auf Schadenersatz klagen. Nicht nur wegen des Zwangsabstiegs in die Regionalliga und des Verlustes von  Sponsoren und TV-Lizenzen. Ein toter Fußballverein hingegen könne nicht mehr um seine Rechte streiten.

Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

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