Selbstamputation

Angeblich ist Kurt Jara ein Kandidat für den Trainerjob bei der Austria

Die Planlosigkeit der vergangenen Jahre hat die Austria schon nachhaltig beschädigt. Wenn die Gerüchte stimmen, dann hält der Verein unverdrossen an dieser Strategie fest. Denn der unsägliche Kurt Jara (62) gilt als Kandidat für den Trainerjob. Sportmanager Thomas Parits ist ja nicht der weitsichtigste und modernste Mann, aber das würde dann doch zu sehr nach „Haberer holt Haberer“ aussehen und zu wenig nach Planung. Jara ist ein krass überschätzter Trainer, der mit dem FC Tirol hauptsächlich dank eines im Vergleich zu den Mitbewerbern krass höheren Budgets zwei Mal Meister geworden ist. Die Folge dieser Personal- und Budgetpolitik war der Konkurs des Klubs, der erste von mehreren Bauchflecks österreichicher Vereine. Der Gerechtigkeit halber muss man freilich dazu sagen, dass Jara für die Selbstauslöschungen des GAK und der Sturm Graz nichts konnte. Da war er bereits in Deutschland, um unter anderem den HSV an den Rand des Abstiegs zu bringen. In Hamburg schütteln sie immer noch den Kopf, wenn sie Jaras Namen hören. Der sitzt in seinem Haus in Spanien und tut nichts, seit er sich im Streit von RB Salzburg und Didi Mateschitz getrennt hat. Jara war in den Verdacht geraten, mit Spielervermittlern zum Nachteil des Vereins und zu seinem eigenen Vorteil kooperiert zu haben. Die Auseinandersetzung ging vor Gericht und endete schließlich mit einem Vergleich. Jara darf sich zu der Angelegenheit nicht äußern.

Das bisher letzte Mal ist Jara negativ aufgefallen, als der ÖFB einen Teamchef suchte. Jara brachte sich in typisch tirolerischer Bescheidenheit selbst als den bestgeeigneten Kandidaten ins Spiel. Zum Glück für die ohnehin eher bescheiden qualifizierte ÖFB-Mannschaft fiel der Verband jedoch nicht auf die Eigenwerbung Jaras hinein und nahm den mit Sicherheit viel besser geeigneten Schweizer Marcel Koller. Obwohl hinter den Kulissen ÖFB-Generaldirektor Alfred Ludwig heftig für Jara Stimmung gemacht haben soll.

Falls Jara tatsächlich von der Austria angestellt wird, sind die olgen heute schon absehbar: er wird eine Lawine kosten. Die Mannschaft wird teurer werden. Jara wird mit säuerlicher Miene jede Kritik an sich und der Kostenexplosion zurückweisen. Die zwischen dem Finanzmanager Markus Kraetschmer und Sportmanager Parits halbwegs harmonische Zusammenarbeit würde entweder zerstört oder in den Hintergrund gedrängt werden. Denn Jara ist ein autokratischer Selbstdarsteller, der neben sich keine Meinung, mit Ausnahme einer zustimmenden, akzeptiert. Sein Umgang mit der Öffentlichkeit und vor allem mit den Medien stammt aus einem fernen Jahrhundert, das wäre noch unerheblich, insofern es bloß Journalisten das Leben schwer macht. Doch die Austria hat merkwürdigerweise kommuniziert, dass sie auf Ivo Vastic auch wegen dessen patscherten Verhaltens in der Öffentlichkeit in Zukunft verzichten kann. Falls die Austria in Hinkunft auf eine gepflegte Öffentlichkeitsarbeit verzichten will, ja dann wäre Jara tatsächlich die ideale Wahl.

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